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Alltag & Routine6 Min. Lesezeit

Abhyanga selbst machen: Ölmassage für zu Hause

Die ayurvedische Selbstmassage in zehn Minuten: welches Öl, welche Reihenfolge, wie warm, wie lange einwirken. Anleitung aus der Praxis in Lüneburg.

Regine Goth-vom Ende, Ayurveda-Therapeutin in LüneburgRegine Goth-vom Ende, Ayurveda-Therapeutin in Lüneburg

Die Selbstmassage ist der Teil des Ayurveda mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung. Sie kostet zehn Minuten, ein Fläschchen Öl und keine Ausbildung. Und sie ist die einzige ayurvedische Anwendung, die du täglich haben kannst.

Auf Sanskrit heißt sie Abhyanga, wörtlich „Einölen". In der Praxis dauert eine Abhyanga bei mir 75 Minuten. Zu Hause machst du die kurze Version: zehn Minuten, im Bad, vor der Dusche.

Welches Öl du nimmst

Für den Anfang: Sesamöl, kaltgepresst, aus dem Bioladen. Es ist das ayurvedische Standardöl, wärmt, und passt für die meisten Menschen im norddeutschen Klima die meiste Zeit des Jahres.

ÖlWirktPasst zu
Sesamwärmend, erdendVata, kalte Jahreszeit, der Standard
KokoskühlendPitta, Sommer, gereizte Haut
Mandelmild, nährendempfindliche Haut, Kinder
Senfstark wärmendtiefe Kälte, nichts für den Anfang

Kauf keine Duft- oder Massageöle aus der Drogerie. Die enthalten meist Mineralöl, das auf der Haut liegen bleibt statt einzuziehen — und genau das Einziehen ist der Punkt.

Traditionell wird Sesamöl vor der ersten Verwendung einmal erhitzt und wieder abgekühlt. Für den Anfang ist das nicht nötig.

Warm, nicht heiß

Das Öl muss warm sein. Kaltes Öl auf kalter Haut fühlt sich unangenehm an und wirkt nicht wie gedacht — Wärme ist bei Abhyanga kein Komfort, sondern Teil der Anwendung.

Am einfachsten: Fläschchen mit Öl in eine Tasse mit heißem Wasser stellen, während du das Bad heizt. Nach fünf Minuten stimmt die Temperatur. Prüf sie am Handgelenk. Es soll sich angenehm warm anfühlen, nicht heiß.

Die Reihenfolge

Immer von oben nach unten, von der Körpermitte nach außen. An Gelenken kreisend, an langen Knochen mit langen Zügen. Das ist die Regel, aus der sich alles Weitere ergibt.

  1. Kopf, wenn du magst — ein Esslöffel Öl in die Kopfhaut, mit den Fingerkuppen kreisend. Achtung: Das braucht danach zweimal Shampoo. An Tagen ohne Haarwäsche lässt du den Kopf aus.
  2. Ohren und Nacken, kurz und mit wenig Öl.
  3. Arme: lange Züge an Ober- und Unterarm, kreisend an Schulter, Ellenbogen und Handgelenk.
  4. Brust und Bauch: flach, im Uhrzeigersinn über den Bauch — das ist die Richtung, in die der Darm arbeitet.
  5. Rücken, so weit du kommst. Perfekt muss das nicht sein.
  6. Beine: lange Züge, kreisend an Hüfte, Knie und Sprunggelenk.
  7. Füße zum Schluss, großzügig. Wenn du nur fünf Minuten hast: nimm die Füße.

Einwirken lassen, dann duschen

Zehn bis fünfzehn Minuten wirken lassen. Nutz die Zeit für etwas anderes — Zähne putzen, Zunge reinigen, ein paar Minuten sitzen.

Dann warm duschen. Ohne Seife, jedenfalls überall dort, wo du geölt hast. Seife zieht das Öl wieder heraus, und dann war die Übung umsonst. Abtrocknen durch Tupfen, nicht Rubbeln. Ein Restfilm auf der Haut ist gewollt.

Nimm ein dunkles Handtuch, das du dafür reservierst. Öl geht nur schwer wieder aus Stoff heraus.

Wann du es besser lässt

  • Bei akuten Erkrankungen mit Fieber
  • Auf entzündeter, verletzter oder sonnenverbrannter Haut
  • Direkt nach dem Essen
  • In den ersten Tagen der Menstruation — traditionell wird dann pausiert
  • Bei bestehenden Hauterkrankungen: vorher ärztlich klären

Was realistisch passiert

Nach der ersten Anwendung: nichts Spektakuläres. Warme Haut, ein ruhigerer Morgen.

Nach zwei, drei Wochen täglich berichten die meisten von zwei Dingen — die Haut ist weniger trocken, und der Einstieg in den Tag fühlt sich weniger gehetzt an. Das klingt bescheiden. Es ist aber genau das, was der Ayurveda mit Dinacharya meint: nicht der große Effekt an einem Tag, sondern der kleine an dreihundert.

Kleine Schritte, die du gerne gehst, statt Verbote, die dich quälen.

Wenn du wissen willst, wie sich das in einer vollständigen Behandlung anfühlt — mit warmem Öl über 75 Minuten, in der richtigen Reihenfolge und ohne dass du selbst an den Rücken kommen musst — dann ist die Abhyanga in meiner Praxis in Lüneburg der nächste Schritt.

Fragen dazu? Ich beantworte sie dir.

Ayurveda-Praxis am Auenweg 1 in Lüneburg. Termine nach Vereinbarung, Beratungen auch online.