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Grundlagen5 Min. Lesezeit

Sesam, Kokos oder Mandel: welches Öl passt zu dir?

Welches Öl für welche Konstitution und welche Jahreszeit: Sesam, Kokos, Mandel und Senf im Vergleich, mit Einkaufshinweisen und Anwendung.

Regine Goth-vom Ende, Ayurveda-Therapeutin in LüneburgRegine Goth-vom Ende, Ayurveda-Therapeutin in Lüneburg

Bei einer ayurvedischen Massage ist die Ölwahl kein Detail, sondern der Teil, der die Anwendung individuell macht. Zwei Menschen bekommen bei mir dieselbe Abhyanga mit unterschiedlichem Öl — je nach Konstitution, Jahreszeit und aktuellem Zustand.

Für zu Hause reicht ein einziges Öl: kaltgepresstes Sesamöl. Alles Weitere ist Feinabstimmung.

Die vier im Vergleich

ÖlWirktPasst zuJahreszeit
Sesamwärmend, erdend, schwerVata, trockene Haut, UnruheHerbst und Winter, das ganze Jahr als Standard
Kokoskühlend, leichtPitta, gereizte oder warme HautHochsommer
Mandelmild, nährend, neutralempfindliche Haut, Kinder, Schwangerschaftganzjährig
Senfstark wärmend, scharftiefe Kälte, Kapha, Schweretiefer Winter, nur nach Rücksprache

Für Norddeutschland heißt das praktisch: Sesam von September bis Mai, Kokos in den heißen Wochen, Mandel wenn die Haut empfindlich reagiert. Senföl gehört in erfahrene Hände und nicht in die erste eigene Anwendung — es kann die Haut reizen.

Warum Sesam der Standard ist

Sesamöl ist im Ayurveda das Öl mit der breitesten Anwendung. Es zieht gut ein, wärmt und wirkt der Trockenheit und Kälte entgegen, die den norddeutschen Winter prägen — ayurvedisch gesprochen die Vata-Zeit.

Traditionell wird Sesamöl vor der ersten Verwendung einmal auf etwa 100 Grad erhitzt und wieder abgekühlt. Für die Selbstmassage zu Hause ist das nicht zwingend.

Wichtig ist der Einkauf: kaltgepresst und ungeröstet. Das geröstete Sesamöl aus dem Asiaregal ist zum Kochen gedacht, riecht intensiv und ist für die Haut nicht die richtige Wahl.

Was du nicht kaufen solltest

  • Massageöle aus der Drogerie mit Duftstoffen. Enthalten meist Mineral- oder Paraffinöl, das auf der Haut liegen bleibt statt einzuziehen.
  • Raffinierte Speiseöle. Billiger, aber ohne die Eigenschaften, um die es geht.
  • Ätherische Öle pur. Gehören verdünnt und in kleine Mengen, nicht als Trägeröl.

Ein halber Liter kaltgepresstes Bio-Sesamöl kostet je nach Quelle acht bis fünfzehn Euro und reicht für Wochen täglicher Selbstmassage.

Wie du es anwendest

Immer warm. Kaltes Öl auf kalter Haut fühlt sich unangenehm an und wirkt nicht wie gedacht. Fläschchen in eine Tasse mit heißem Wasser stellen, fünf Minuten warten, Temperatur am Handgelenk prüfen.

Die vollständige Anleitung mit Reihenfolge und Einwirkzeit steht in der Anleitung zur Selbstmassage.

Wann kein Öl

  • Auf entzündeter, verletzter oder sonnenverbrannter Haut
  • Bei akuten Erkrankungen mit Fieber
  • Bei bekannter Allergie gegen Sesam oder Nüsse — Mandelöl ist ein Nussprodukt
  • Bei bestehenden Hauterkrankungen: vorher ärztlich klären

Bei Unsicherheit gilt der einfache Test: eine kleine Menge in die Armbeuge, 24 Stunden warten.

In der Praxis wird es individueller

Zu Hause reicht ein Öl. In der Praxis arbeite ich zusätzlich mit Kräuterölen, die auf die jeweilige Anwendung abgestimmt sind — bei Pinda Sveda etwa mit warmen Kräuterstempeln, bei Udvartana ganz ohne Öl, mit Kräuterpulver.

Welches Öl bei dir sinnvoll ist, klären wir im Vorgespräch. Alle Preise verstehen sich inklusive individueller Öl- und Kräuterauswahl; es kommt also nichts obendrauf.

Fragen dazu? Ich beantworte sie dir.

Ayurveda-Praxis am Auenweg 1 in Lüneburg. Termine nach Vereinbarung, Beratungen auch online.